Samstag, 13. August 2011

Aus den geheimen Notizheften des Herrn Ramsenthaler

PROBLEMGEDICHT

Probleme gibt es stets zuhauf:
beim Auto- und beim Häuserkauf,
beim Wandern und beim Singen,
beim Turnen und beim Ringen.

Probleme gibt es bei der Bahn
und bei so manchem Weisheitszahn,
bei Studiengängen, Prüfungen,
bei sexuellen Zuckungen.

Probleme gibt es auch beim Pissen,
denn wie die letzten Deppen wissen:
Im Leben, im Leben
geht mancher Schuss daneben.

Auch das ist ein Problemgedicht...
Ich glaub, ich bin nicht mehr ganz dicht.



Variante:

Probleme gibt es auch beim Pissen,
beim Schießen und beim Fahnen Hissen.
Probleme gibt es jeden Tag,
ganz gleich ob man das wirklich mag.

Auch das ist ein Problemgedicht...
Ich glaub, ich bin nicht mehr ganz dicht.

Mittwoch, 10. August 2011

Ramsenthalers rätselhafte Ratschläge

Sei doch nicht immer so seriös,
gesittet und gesammelt.
Das Leben wird erst melodiös,
wenn man es vergammelt.

Montag, 8. August 2011

Aus den geheimen Notizheften des Herrn Ramsenthaler

Bärenschmaus

Die Zeit der Eier ist vorbei,
die Nudeln sind verschwunden.
Es gibt noch nicht mal Hirsebrei:
Kein Mensch hat ihn gefunden.

Das Wurstebrot: für immer aus!
Die Braten sind gestrichen!
Das Leben einst in Saus und Braus
ist ganz und gar gewichen.

Wo ist der gute Bohnenschmaus?
Und wo die süßen Kuchen?
Das alles und noch vieles mehr
muss man vergeblich suchen.

Gefressen hat’s ein dicker Bär.
Der liegt nun rum und kann nicht mehr.

Aus den geheimen Notizheften des Herrn Ramsenthaler

Gedanken zwischendurch

Was wir zu sagen haben, hat nichts zu sagen.

Alle Wissenschaften forschen in Richtung Zukunft, alle außer den Geisteswissenschaften.

Ich verstehe die Welt nicht, am wenigsten mich selber.

Halbgebildet, wie ich bin, bilde ich mir dennoch ein, halbwegs wenigstens das Bild eines Gebildeten abzugeben.

Das Denken habe ich nie gelernt. Und dennoch denke ich, ich denke.

Es gibt Menschen, die können gleichzeitig sich selber auf die Schulter klopfen und sich dabei in den Arsch treten.

Ob hart, ob weich: das merkst du gleich.

Wo ist der Weg, der in die Wälder führt,
wo man noch die wilden Winde spürt?

Kotsorten: restringierter und elaborierter Kot.

Ich träume, dass ich mich vergesse,
und dann ein kleines Schnitzel esse.
Doch will es mir nicht schmecken
und ich versuch’s mit Schnecken.

Samstag, 6. August 2011

Aus den geheimen Notizheften des Herrn Ramsenthaler

Vor dieser Mauer
Vor dieser Mauer aus Ziegelsteinen Trauer im Kopf Sinnlosigkeit kein Lüftchen rührt sich Schwüle unter einem grauen Himmel auf dem Tisch liegen eine gelbe Uhr ein Telefon ein Kaffeelöffel ein Bleistift ein Buch einen Zusammenhang gibt es nicht nur der Zufall herrscht auf dieser rostigen Platte die zum Kunstwerk erklärt werden könnte ohne wenn und aber wie auch immer ich könnte ein wenig in der Mülltonne wühlen den Pflanzen die Blätter abschneiden und einen Tee daraus machen machen was auch immer Zeilen zu Papier bringen den Kopf hinhalten in den Sand stecken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen da wäre auch noch die Biotonne kein Bioadapter aber immerhin mit Leckereien gefüllt Geschmacksache die Hitze strahlt von den Mauern zurück die Pflaumen am Baum im Nachbarhof scheinen alle verdörrt zu sein nicht weit von hier gibt es Ansätze eines mondänen Lebens wo ich aber verschwitzt wie ich bin nichts zu suchen habe es gäbe auch nichts zu finden nur blasierte Gesichter und Düfte von Deodorant bei denen einem übel werden kann noch gibt es Fische im nahen Fluss wer weiß wie lange noch...

Freitag, 5. August 2011

Aus den geheimen Notizheften des Herrn Ramsenthaler

Fast alles über Eulen

Klug ist die Eule in der Tat,
ein jeder fragt sie gern um Rat.

Gern sitzt die Eule auch auf Bäumen,
nur um so vor sich hin zu träumen.

Gern trinkt die Eule auch ein Bierchen,
so wie auch manche andre Tierchen.

Voll Bücher ist der Eule Klause,
sie liest darin, lang ohne Pause.



Schweinkram

Heute beschäftigen wir uns mit Schweinkram. Ja, Sie haben richtig gehört: Schweinkram. Das ist etwas ungemein Hässliches: Pfui! Aber wir lassen uns nicht davon abbringen. Lieder ist dies alles so hässlich und unanständig, dass wir nichts ins Detail gehen können. Ins Detail kann man sowieso nicht gehen. Man geht ins Theater oder ins Kino, vielleicht auch ins Maxim, aber doch nicht ins Detail. Aber das soll uns nicht weiter beschäftigen. Aber Schweinkram, jawoll! Das ist es, womit wir uns beschäftigen wollen, den lieben langen Tag!



Hinweis

„Tragen Sie es mit Fassung! Morgen sieht alles anders aus“, sagte der Wärter zum Gefangenen, als er ihn zur Guillotine führte.

Mittwoch, 3. August 2011

Ramsenthalers rätselhafte Ratschläge

Geh gelassen auf die Tour!
Folge immer deiner Spur!
Lass dem Leben seinen Lauf!
Alles andre nimm in Kauf!
Sei mit allem stets zufrieden!
Am Ende kommt der ewige Frieden.