Was?
Spürbar ist es, doch absent,
nicht vorhanden, doch präsent,
nicht zu fassen, immer da -
was es ist, das ist nicht klar.
Samstag, 15. September 2012
Mittwoch, 12. September 2012
Aus Ramsenthalers Notizheften
Undankbar
Ich
bin nicht dankbar für das bestimmt nicht was ihr mir jeden Tag um meine
schlaffen Ohren haut Ihr bildet euch noch etwas darauf ein ich weiß Doch was
ihr uns täglich in die Köpfe schmiert stinkt schon weitem wie ein reifer Käse
den einer auf der Heizung liegen ließ Ich bin nicht dankbar dafür nicht und
will mit eurem Käse nichts mehr zu tun haben
Sonntag, 9. September 2012
Campusanekdoten und -Gedichte
Die Denkerei
Hegel, Kant und Sloterdijk,
wie sie alle heißen,
wollen doch im Grunde nur
uns ganz schön verscheißern.
Sagen, wie es gehen soll,
wie es wirklich ist.
Im Grunde aber ist es doch
ausgemachter Mist.
Da lutsche ich doch lieber nur
stundenlang Lakritz
und denke mir, die Denkerei
ist letztlich nur ein Witz.
Hegel, Kant und Sloterdijk,
wie sie alle heißen,
wollen doch im Grunde nur
uns ganz schön verscheißern.
Sagen, wie es gehen soll,
wie es wirklich ist.
Im Grunde aber ist es doch
ausgemachter Mist.
Da lutsche ich doch lieber nur
stundenlang Lakritz
und denke mir, die Denkerei
ist letztlich nur ein Witz.
Freitag, 7. September 2012
Campusanekdoten
Vor
dem Ausstieg
Er
saß auf der Terrasse und hatte das Gefühl, hier tagelang sitzen zu können. Die
Fakultätssitzung hatte bis halb fünf gedauert. Ein ewiges Gequatsche um
Kleinigkeiten und Eitelkeiten. Alle wussten ganz genau, dass die wichtigen
Entscheidungen hier nicht getroffen werden. Aber sie hatten sich damit abgefunden,
dass diese Demokratiespiele nun einmal dazu gehörten wie der Senf zur Wurst.
Kollege K. hatte, wie zu erwarten war, wieder mal ein Machiavelli-Zitat
eingestreut. Alle mussten ein Grinsen unterdrücken. Professor K. war zwar kein
ausgewiesener Machiavellikenner, doch er sah sich gerne als graue Eminenz mit
Durchblick, der ihm aber in Wirklichkeit völlig fehlte. Er war bekannt dafür,
dass er seine Mitarbeiter ausbeutete und schikanierte, ansonsten fachlich eher
uninteressant und menschlich ein hinterfotziger Intrigant. Irgendwann werde ich
auch so sein, dachte er, wenn ich nicht vorher die Koffer packe. Das System
eignet sich ganz besonders dafür, Schweinehunde zu produzieren.
Dienstag, 4. September 2012
Aus Ramsenthalers Notizheften
Bezaubernd
rief
der Schalk, der mir im Nacken saß Ich kannte ihn schon lange bevor er sich in
(an?) meinem Nacken niedergelassen hatte Und heute ruft er stets dasselbe Wort
Bezaubernd und ich bedanke mich dafür Gemeinsam fristen wir die Tage die uns
nichts anzubieten haben nur ein höchst unbestimmtes Flackern von diesen
gottverdammten Schwätzern die sich für so bedeutend halten Dabei sind sie doch
nur ein müder Haufen ausgelaugter Strolche die einst einmal an einer
Universität als Kaffeetrinker lebten
Samstag, 1. September 2012
Aus Ramsenthalers Notizheften
An
einem Sommertag
Dem
Wanderer wuchs aus seinem fetten Doppelkinn ein gelblich grünes Haar und das an
einem Sommertag als niemand es erwartete und hinterher als diese Schweinerei
uns allen die vergilbte Sprache verschlagen hatte wollte ein kluger Wichtelmann
uns allen eine Birne geben Wir lehnten ab
Mittwoch, 29. August 2012
Aus Ramsenthalers Notizheften
Sehnsucht
Immer
größer wird meine Sehnsucht, der normalen Welt zu entkommen. Also suche ich
nach einer Lebens- und Sehensweise, die nicht der der Normalen entspricht. Doch
es ist schwer, eine Katze zu werden, wenn man ein Mensch ist. So ungefähr ließe
sich mein Dilemma in einem Satz darstellen. Leider noch viel zu vernünftig,
denn ich habe immer noch den Wunsch, mich verständlich zu machen. Vielleicht
wird es mir mit der Zeit gelingen, diesen Wunsch abzulegen, um mich endlich
frei ausdrücken zu können. Bis dahin ist e aber noch ein weiter Weg, und ich
weiß nicht genau, ob ich ihn überhaupt einschlagen will.
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