Freitag, 16. Dezember 2016

Aus Ramsenthalers Poesiealbum

Wunderbar

Weihnacht ist Geschenke kaufen,
ein Schön-mit-Glühwein-sich-besaufen.

Weihnacht, das ist Christbaumschmücken,
Weihnacht, das ist Magendrücken.

Weihnacht, das ist Hausmusik
Und Mette für den Katholik.

Weihnacht ist ein fettes Prassen,
ein Wehmut-aus-der-Seele-lassen.

Weihnacht, das ist Alleküssen
und dann schnell Verschwindenmüssen.

Weihnacht, das sind Wunderkerzen
und abgelutschte Schokoherzen.

Weihnacht, das ist Plätzchenbacken,
ein goldner Stern mit vielen Zacken,

Weihnacht, das ist Liedersingen,
ein Truthahn*braten-halb-Gelingen.              Gänse-, Schweine- o. a.

Weihnacht ist Familienfeier
wie Ostern, aber ohne Eier.

Weihnacht, das ist Flöteblasen,
doch leider, leider ohne Hasen.

Weihnacht ist so wunderbar
und wird es bleiben immerdar!



Mittwoch, 14. Dezember 2016

Aus Ramsenthalers Notizheften

Erinnerungen an alte Wohnungen, verursacht durch den Geruch eines Ölofens und eine Musik, die dort einmal erklungen ist.


Aufgeputscht durchs Zimmer rennen, Zigaretten in den Händen und ein Schnapsglas auf dem Tisch. Man fragt sich dann: Warum das alles? Doch man weiß es nicht.


Wenn es einmal die ideale Gesellschaft geben wird, wird es auch Menschen geben, die neue Ideale anzubieten haben.


Tragen auch Sie einen Nostalgiekaninchenpelzmantel?


Wo sich in traumhaft unverständlichen Ergüssen des Lebens Lauf in Worten zeigt, da weiß der Mensch, von Weltanschauungen benebelt, nicht mehr, wie er sich verhalten soll.


In Städten, wo du den Weg nicht findest, in Häusern, wo du nicht weißt wohin, und trotzdem lebst du und man sieht es dir nicht einmal an.


Das sind so kleine Geschichten, die man sich am Rand notiert. Sie ergeben keinen Sinn, man kann nicht einmal sagen, dass sie einem das Leben erleichtern. Aber – es tut mir Leid, dies sagen zu müssen – man sich ihrer nicht erwehren.


Jeder Arsch ist schizophren.


Dienstag, 22. November 2016

Aus Ramsenthalers Notizheften

Möglichweise könnte ich kommen, aber es könnte auch anders kommen.

Es gibt Menschen, die sind vollkommen unfähig, ihre Intelligenz auch nur minimal praxisnah einzusetzen.

 Es gibt Menschen, die denken nach, aber sie denken nicht, es sei denn, sie denken an was anderes.

Verkenne dich selbst!

Eine Mischung aus Parfüm, Haarwaschmittel und Weichspüler ist auch ein Duft, der Sinne wecken kann.

Es darf nicht heißen, man brauche nichts um glücklich zu sein, sondern: Erst wenn man nichts mehr braucht, kann man glücklich sein (gelingt aber nicht immer).

 Ich denke, was ich schreiben könnte. Ich schreibe, was ich denken könnte.

 Kein Gefühl mehr, allenfalls Nervosität zeichnet mich aus.

 Mit beiden Beinen stehe ich auf dem Boden der Realität. Je fester mein Stand, desto mehr verliere ich den Boden unter den Füßen.

 Recht haben und dennoch im Unrecht sein.

 Der Ausschnitt, den ein Fenster bietet, ist nicht die Welt, wenn’s manchmal auch so scheint.

 Früher noch sagte ich Worte, die niemand verstand. Heute versteht mich ein Jeder.

 Walke die Wolken und die Wolken welken dahin.

 Das Denken habe ich nie gelernt, dennoch denke ich, ich denke.



Samstag, 19. November 2016

Ramsenthalers rätselhafte Randgestalten




















Der Kerl hat rote Augen
und rotes Haar,
er wird wohl nicht viel taugen,
er ist höchst sonderbar.
Beim Klang sehr vieler Geigen
wird er für immer schweigen...