Sonntag, 12. Februar 2017

Aus Ramsenthalers Notizheften

Nutzlosigkeit

Sich seiner Nutzlosigkeit bewusst sein und auf dieser Grundlage tief schürfende Gedanken über das Leben notieren.

Auf dieser Grundlage ist es amüsant an Konferenzen teilzunehmen. Ja, es amüsiert mich zu sehen, wie sich Menschen bemühen, ihrem Dasein einen Sinn zu geben. Amüsant auch ihre eitlen Machtspiele, Machtgelüste.

Wie die Katzen: ein oder zwei Stunden pro Tag für die Nahrungsaufnahme verwenden, ansonsten verdauen und entspannen; als Mensch höchstens noch ein bisschen nachdenken und Notizen machen.

Ab und zu ein paar Nützlichkeiten. Jede Woche eine gute Tat, um die sozialen Kontakte nicht gänzlich austrocknen zu lassen.

Ab und zu etwas sagen, wohl wissend, dass man nichts zu sagen hat.

Ab und zu einfach das Leben genießen.

Am meisten ist von Nutzen,

sich dann und wann zu putzen.

Samstag, 4. Februar 2017

Ramsenthalers Randgestalten

BLACK MAN

Er ist total im Schwarz versunken.
Vielleicht hat er zu viel getrunken,
vielleicht ist er auch nicht vorhanden
und lebt in andern Landen.
Vielleicht ist das auch eine Frau...
Ich weiß es nicht genau.


Mittwoch, 1. Februar 2017

Aus Ramsenthalers Notizheften

Wir könnten mal zusammen quatschen.

 Jedes Mal, wenn sie sich zuprosteten, stießen sie ihre Gläser so fest aneinander, dass diese in tausend Stücke zersprangen und das Bier über den Tisch floss. So konnten sie keinen Tropfen zu sich nehmen.

 Wer nicht denkt, wird gelenkt. Wer denkt, wird auch gelenkt.

 Wenn ich nur wüsste, was das Leben von mir will.

 Ob hart, ob weich, das merkste gleich.

 Schreiben mit einem parfümierten Stift, denn wie der Geruch verfliegt der Gedanke.

 Vielleicht gelingt es mir eines Tages, etwas zu tun, ohne dabei etwas zu tun, und dafür noch Anerkennung zu finden.

 Was am Ende glaubhaft erscheint, ist nichts, doch man will es nicht glauben.

 Ohne etwas erlebt zu haben, so aussehen, als hätte man viel erlebt. Das geht nicht. Aber irgendwann bekommt man ein Gesicht.

 Der Schein trügt. Der Trug scheint.

 Schwarzer Vogel auf dem Boot,
weißt nicht das Gefahr dir droht.
Du hockst dort, ohne nachzudenken...
Man wird dir keinen Glauben schenken.

 Es ist immer noch besser, das zu tun, was man will, mag es auch falsch sein, als das zu tun, was man nicht will, mag es auch richtig sein. Meistens jedoch tut man das, was man nicht will, obwohl es falsch ist.

 Es gibt Schauspieler, die ziehen den Vorhang zu, bevor sie spielen.

 In Ermangelung eines Besseren verbleibe ich einstweilen ganz der Meinige.

Sonntag, 29. Januar 2017

Aus Ramsenthalers Notizheften

Wenn du mit einer Fahne in der Hand ins eigene Unglück rennst, denke dran, dass dieser Ausweg nicht der einzige ist.

Das Quadratische dieses Vorgangs ist repräsentativ produktiv.

Entleere deinen Kopf, leg dein Gesicht auf weißes Papier, vielleicht bleiben Spuren zurück von deinem so exzentrischen und so stinknormalen Denken, falls es überhaupt verdient, so genannt zu werden.

Kläglichkeiten eines durchwachten Tages und in der Nacht der blöde Schlaf und keines bringt uns fort von hier.

Ich sehne mich nach einem leeren Raum, wo nichts ist, höchstens ein Stuhl, auf dem ich sitzen und auf die kahlen Wände starren will.

Hinter Scheiben Dunkel nur, doch sie sind Spiegel eines Innenlebens.

Ich glaube an kein System, folglich kann auch das, was ich denke, sage und schreibe kein System haben, allenfalls ein praktisches, für eine bestimmte Aufgabe nützliches System.

Dienstag, 17. Januar 2017

Ramsenthalers rätselhafte Ratschläge

Wenn ihr im Schatten des Hebels,
im Nichts des Nebels
den Weg verliert,
wenn ihr dann friert,
dann haltet kurz inne
in eurer Nuckelpinne!
Ihr müsst euch neu verorten
in Gedanken und Worten!

Dienstag, 3. Januar 2017

Aus Ramsenthalers Notizheften

So viel zu sagen haben und doch das Nichts wählen, den Blödsinn, Unsinn undsoweiter...


Wer über sich nachdenkt ist nur unfähig, nicht über sich nachzudenken.


Und dann, in einer neuen Welt, wirst du noch immer traurig sein?


Das Bett, die Nacht, der Todesstoß.


Das Unangenehme mit vollem Bewusstsein tun, um das Angenehme nicht zu vergessen.


Man lebt so vor sich hin, denkt viel darüber nach, und eines Tages ist’s vorbei.


Restringierter und elaborierter Kot.



Montag, 2. Januar 2017

Aus Ramsenthalers Poesiealbum

DAS GLÜCK
Das Leben ist ein Auf und Ab,
ein Hin und Her bis hin zu Grab.
Von dort gibts keinen Weg zurück,
vielleicht finden wir dort das Glück.