Montag, 23. Mai 2016

Rampenthalers rätselhafte Ratschläge

Fragst du dich manchmal insgeheim:
Wann komme ich denn endlich heim?
Dann sag ich dir: Du bist schon da!
Genieße es! Mach es dir klar!

Samstag, 14. Mai 2016

Ramsenthalers rätselhafte Ratschläge


Wenn du spürst: Ich werd’ senil,
tatterig und leicht debil,
kindisch und verschroben,
dann darfst du dich deshalb nicht loben!
Zieh dich von der Welt zurück
und such’ woanders dann dein Glück!

Dienstag, 3. Mai 2016

Aus Ramsenthalers Notizheften


BEDENKLICHES

Ein Tintenfass war vollkommen ausgetrocknet und trank genüsslich ein kleines Bier. Doch damit konnte der Dichter - der schon seine Bedenken hatte, als er dies sah - keine Zeile schreiben.


Das Dach wurde nicht mit Bedacht gedeckt, so dass es jetzt in einem bedenklichen Zustand ist, was aber den Dachs, der im Wald hinter dem Haus wohnt, wenig kümmert - eigentlich gar nicht.


Ein Kakadu war nicht besonders glücklich ein Kakadu zu sein. Aber er konnte diese Tatsache noch so bedenklich finden, zu ändern war sie trotzdem nicht.


Ein Wort wurde mit einem Mal wertlos, wurde aber weiter unbedenklich verwendet, was im Grunde sehr bedenklich ist.


Ein Dichter fand in der Wasserleitung in seinem Keller eine kleine undichte Stelle, doch er war nicht in der Lage, diese zu dichten, sondern musste seinen Nachbarn zu Hilfe rufen. Der fand es doch sehr bedenklich, dass ein erwachsener Mann, immerhin von Beruf ein Dichter, diese undichte Stelle nicht dichten konnte. 

Montag, 25. April 2016

In Vorbereitung


Der große Ramsenthaler Block!

Daraus:

Manchmal kommt’s beim Therapeuten,
manchmal mit des Metzgers Frau.
Manchmal kommt’s mit schönen Bräuten,
manchmal kommt’s mit viel Radau.

Manchmal kommt es aus der Ferne,
manchmal kommt’s von nebenan,
manchmal kommt’s im Licht der Sterne,
manchmal wie ein Grobian.
Wie’s auch immer kommen mag:
Begrüße fröhlich jeden Tag!

Donnerstag, 17. März 2016

Ramsenthalers rätselhafte Ratschläge










Wenn zur Osterzeit die Hasen
um den ganzen Erdball rasen,
dann rat ich euch: Bleibt einfach sitzen!
Lasst nur die Hasen flitzen.

Dienstag, 8. März 2016

Aus Ramsenthalers Notizheften














RANDGESTALTEN

in memoriam H. P. L.

Das Raunen finstrer Randgestalten
in grausig grauen Häuserschluchten
verwebt sich mit dem ewig Alten
aus dunklen grauenhaften Buchten.

Der Schattenschleim aus fernen Welten
aus einem rätselhaften All
haust unbemerkt in Zirkuszelten
oder in einem Ziegenstall.

Daneben bleibt für uns, ihr Lieben,
die wir’s mit Gott und Teufel trieben,
noch eine kleine Zufluchtsstätte.

Und langsam tropft aus alten Sieben
von unbekannten blinden Dieben
die Zeit, die mancher gerne wieder hätte.

Montag, 7. März 2016

Aus Ramsenthalers Notizheften


Bezaubernd
rief der Schalk der mir im Nacken saß Ich kannte ihn schon lange bevor er sich in (an?) meinem Nacken niedergelassen hatte Und heute ruft er stets dasselbe Wort Bezaubernd und ich bedanke mich dafür Gemeinsam fristen wir die Tage die uns nichts anzubieten haben nur ein höchst unbestimmtes Flackern von diesen gottverdammten Schwätzern die sich für so bedeutend halten Dabei sind sie doch nur ein müder Haufen ausgelaugter Strolche die einst einmal an einer Universität als Kaffeetrinker lebten